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Posts Tagged ‘Spanferkelrollbraten’

Früher habe ich häufig einige Wochen des Sommers in Umbrien (südlich der Toskana) verbracht. Dort gibt es bei jedem Schlachter sowie auf den Wochenmärkten Porchetta zu kaufen: warm, als Bratenscheiben, oder kalt und dünn geschnitten als Aufschnitt. Eine äußerst schmackhafte Sache!
Ich kenne Porchetta als ausgenommenes und entbeintes Spanferkel (gerne auch ein umbrischer Frischling), welches mit den gehackten und mit reichlich Kräutern gewürzten Innereien und Fleischabschnitten gefüllt und gebunden am Holzfeuer langsam gegrillt wird. Unverzichtbar und typisch für den Geschmack ist die üppige Verwendung von Fenchelsamen.
Edit:
je nach Qualität der Fenchelsaat ist eine deutliche Reduzierung der Menge angeraten, um nicht vom Aroma erschlagen zu werden. Grillfreund Michael hat das Porchetta nachgebaut und leider eine ungenießbare Überraschung erleben müssen. Also heißt es rantasten!
Das alles hatte ich aber völlig vergessen bis vor 14 Tagen der Brennvatti mir sagte, er würde gerade ein Porchetta grillen – inspiriert durch die Weber Grillbibel. Also bin ich kurz vorbei gefahren und durfte mal den Deckel lüpfen und den Duft inhalieren. DAS wollte ich auch machen, v.a. für meinen Vater, der Zeit unserer Italienurlaube ein ausgewiesener Porchettafreund gewesen ist.
Also nix wie hin zum MdV und einen Schweinebauch (2,5kg) mit Schwarte, ohne Knochen und Knorpel, gekauft.
Einmal probeweise zusammen gerollt und soviel Schwarte weggeschnitten, wie eingerollt werden würde. Denn Schwarte soll nur außen sein und kross werden.
Jetzt das „Pesto“ zubereiten: Thymian, Salbei und Rosmarin vom Balkon sowie zwei große Chinaknoblauch (entspricht acht normalen Zehen) sehr fein hacken/schneiden und mit Olivenöl zu einer Paste verarbeiten.
Ca. 4 EL Fenchelsamen (unbedingt Gewürzfenchel, keinen Arzneifenchel!) mit grobem Salz zermörsern. Der Duft ist der Hammer!
Den Bauch reichlich salzen und pfeffern, die Schwarte salzen.
Das „Pesto“ auftragen…
… und gut einmassieren.
Jetzt die gemörserten Fenchelsamen darüber streuen.
Und noch Chiliflocken dazu.
Einrollen!
Sieht gut aus.
Und jetzt mit Metzgergarn binden.
Die Kugel (hier mit Smokenatoreinsatz) auf 200°C einregeln und den Braten über eine mit Wasser gefüllte Tropfschale legen. Als Beilage gibt es Ratatouillesalat: Paprika, Zucchini und Zwiebel gleich groß schneiden, mit Olivenöl, gehackten Knoblauch und Rosmarin mischen und in einer Schale mit garen.
Zeit für einen großen weißen Spritzer (grüner Veltliner mit Mineralwasser) in sicherer Entfernung zur hitzestrahlenden Kugel.
Alle Viertelstunde das Gemüse durchrühren, es soll noch leichten Biss haben. Nach einer Stunde kommen zum Gemüse noch entkernte und grob geschnittene Tomaten hinzu für weitere 15 Minuten. Dann das Gemüse in eine Salatschüssel geben, salzen und pfeffern und mit gutem Balsamicoessig abschmecken. Stehen und ziehen lassen.
Der Braten nach zweieinhalb Stunden, KT bei 83°C: perfekt!
Ich hatte da noch einen weiteren AZK laufen, den ich nun zugeschüttet habe um die Schwarte bei knapp 300°C aufzuknuspern. Nach 5 bis 10 Minuten den Braten einmal drehen (wenn die Schwarte auf der Seite gepoppt hat) und auch den Rest der Schwarte aufknuspern lassen. Fertig!
Geil! Mein erster gepoppter Schwartenbraten, ich bin stolz wie Oskar! JETZT kann ich verstehen, warum so viele auf eine krosse Schwarte schwören!
Anschnitt!
Ab auf den Teller mit dem Ratatouillesalat und wer’s braucht etwas Landbrot oder Ciabatta.
Das Fett ist unter der Schwarte weggeschmolzen und die krachend krosse Schwarte löst sich von selbst.
Fazit: ein Spitzenergebnis! Porchetta ist sowas von köstlich, daß ich mich kurzzeitig in Bella Italia wähnte.
Am nächsten morgen dann Restefrühstück!
Dünn mit der Aufschnittmaschine aufschneiden und genießen. Toll.
Sehr, sehr lecker war’s!
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Beim Real-Markt ist mir ein marinierter Spanferkelrollbraten (1,2 kg)  in den Einkaufswagen gehüpft. Die Marinade wird abgewaschen und der Braten anschließend trocken getupft.

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Danach den Braten noch ein wenig mit Basic Barbecue Rub einreiben, das hat noch keinem geschadet.

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Los geht´s um 8:45 Uhr. Der Smoker wird auf 120° aufgeheizt, die KT (Kerntemperatur im Fleisch) beträgt 13°.

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9:45 Uhr, KT 39°. Der Braten wird auf den Rücken gedreht.

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11:00 Uhr, KT 58°. Die der Feuerbox zugewandte Seite des Bratens wird in Richtung Abgasrohr gelegt.

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12.00 Uhr, KT 73°. Das Fleisch ist gar und wird nun noch für 10 Minuten direkt über der Feuerbox stark erhitzt. Die Kruste ist durch die Low and Slow Garmethode  im Smoker zur Schuhsohle mutiert  und soll auf diese Weise kross werden.

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Fertig.DSCN3603

Anschnitt. Die 10 Minuten über der Hitze haben der Kruste gut getan: knusprig wie Chips. Das Fleisch im Inneren ist nach wie vor saftig.

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Fehlt noch ein Tellerbild. Als Beilage gab es Rotkohl und Klöße mit Soße ohne Bratensaft. Man nehme für die Soße 125 g gewürfelten Schinken, den gibt es ja schon fertig in der Packung, 2 gepresste Knoblauchzehen, 1 große gewürfelte Zwiebel und brate alles scharf mit Öl in der Pfanne an.
Dann gebe man einen Becher Schlagsahne dazu und fülle noch mit 1/4 l Wasser auf. Jetzt kommt noch eine Fertigpackung Bratensoße dazu, die mit dem Schneebesen eingerührt wird. Niveaulos, aber gut. Da sitzt ordentlich Geschmack dran, nicht für das Fleisch, das schmeckt auch so, einzig für die Klöße.

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